Durch wochenlang anhaltende Hitze und Trockenheit verschärft sich stark die Waldbrandgefahr. Feuerwehreinsätze sind im Sommer 2026 bundesweit von Waldbrandbekämpfung geprägt. In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über das Thema Waldbrandgefahr und wie sie beeinflusst wird, welche Herausforderungen für die Feuerwehr in der Löschwasserversorgung bestehen und wie Abrollbehälter (AB-Wasser/AB-Tank) als Feuerwehrausrüstung das Löschwasserkonzept optimieren.
Dürre als Ausgangspunkt für Waldbrände
Die Waldbrandgefahr wird vor allem durch witterungsbedingte Kriterien bestimmt. Der deutsche Wetterdienst (DWD) bewertet mit einem Waldbrandgefahrenindex (WBI) in fünf Stufen von Eins (sehr geringe Gefahr) bis Fünf (sehr hohe Gefahr) täglich das meteorologische Potenzial für die Gefährdung durch Waldbrand.
Im diesjährigen Sommer liegt diese Gefährdungsstufe auffällig oft bei Vier oder Fünf. Bereits im Juli 2026 wurde bundesweit über eine zunehmende Waldbrandgefahr berichtet. Für Rheinland-Pfalz wurde im gleichen Monat eine steigende Waldbrandgefahr infolge einer langanhaltenden Dürreperiode vorhergesagt.
Dass sich die Prognosen mit der tatsächlichen Waldbrandgefahr decken, zeigt exemplarisch ein kürzlicher Einsatz der Feuerwehr Neuwied. Auch in Österreich nimmt das Risiko für Waldbrände weiter zu, wie die Freiwillige Feuerwehr Paudorf selbst berichtet.
Für die Bewertung des WBI werden unter anderem Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit, Wind und Niederschlag zusammenhängend betrachtet. Das Umweltbundesamt (UBA) definiert Dürre als komplexes Zusammenspiel aus Niederschlag, Wasserverfügbarkeit und Wasserbedarf, was sich mit dem Bewertungsmuster des DWD deckt. Wie auch die Vorhersage des DWD anhand der Abbildung zeigt: Das Risiko für die Entstehung und schnelle Ausbreitung eines Waldbrandes ist hoch. Damit steigen auch die Anforderungen an die Waldbrandprävention und Löschwasserversorgung bei einem Waldbrand.

Löschwasserversorgung bei einem Waldbrand
Bevor auf die Sicherstellung einer Löschwasserversorgung genauer eingegangen werden kann, muss zunächst die Einsatzrealität der Feuerwehren genauer betrachtet werden, denn Waldbrand ist nicht gleich Waldbrand. Die Ausbreitung eines Feuers im Wald wird stark durch die Kombination aus einer trockenen und brennbaren Vegetation mit hitzebedingten Wetterereignissen beeinflusst. Dadurch wird die Waldbrandbekämpfung für die Feuerwehr schnell unberechenbar. Mit den folgenden Brandarten gehen komplexe Anforderungen an das Löschwasserkonzept einher:
- Boden- oder Lauffeuer
- Schwelbrände
- Kronenfeuer
- schwer zugängliches Gelände
- Wind als Multiplikator
- lange Anmarsch- und Förderwege
- eingeschränkte Befahrbarkeit
Besonders die letzten beiden Punkte können bei einem Waldbrand eine Herausforderung sein. Bei der Sicherstellung von Löschwasser stellt sich nicht die Frage, ob ausreichend Wasser vorhanden ist, sondern wie es schnell und zuverlässig an die Einsatzstelle gelangt.
Das IdF NRW dokumentiert einen realen Waldbrandeinsatz, bei dem ein Hytrans Fire System (HFS) zur Wasserförderung über eine rund acht Kilometer lange Förderstrecke eingesetzt wurde. Am Einsatzgebiet selbst konnte kein Löschwasser sichergestellt werden. Dadurch wurde ein hoher Aufwand in Zeit, Ausrüstung und Personal aus Sicht der Feuerwehren investiert.
Die Sicherstellung der Löschwasserversorgung bei einem Waldbrand wird zunehmend komplexer. Darauf reagiert auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und hat dieses Jahr das Fähigkeitsmanagement dahingehend aktualisiert.
Folglich werden die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung zusammen mit der Löschwasserversorgung explizit als spezialisierte Fähigkeiten aufgeführt, was sie zu einem übergeordneten Kriterium in der Gefahrenabwehr einreiht.
Abrollbehälter Wasser als Bestandteil moderner Einsatzlogistik
Offene Gewässer, lange Wegstrecken, Wasserübergabestellen: All diese Szenarien können ein Hindernis in der Sicherstellung von Löschwasser sein, wenn es bei akuter Waldbrandgefahr zeitnah gebraucht wird.
Ein Abrollbehälter Wasser (AB-Wasser oder AB-Tank) kann dabei eine wichtige Rolle in einem ganzheitlichen Löschwasserkonzept übernehmen. Durch einen AB-Wasser lassen sich mit einem Wechselladerfahrzeug (WLF) rund 10.000 Liter Wasser an schwer zugängliche Orte transportieren.
Auf diese Weise wird die Löschwasserversorgung genau dort sichergestellt, wo sie dringend benötigt wird, wie beispielsweise bei einem Waldbrand. Nach dem Bedarf der Feuerwehr kann der AB-Wasser als zusätzlicher Wasserspeicher oder als Wasserübergabestelle eingesetzt werden.
Da aufgrund regionaler Unterschiede in Vegetation und Gelände Feuerwehren unterschiedliche Anforderungsprofile an die Abrollbehälter haben, lassen sich AB-Wasser und AB-Tank individuell konfigurieren.
Mehr über ein individuelles Tankvolumen, modulare Geräteräume und die Integration von weiterer Ausrüstung finden Sie hier:
AB-Tank in der Praxis: Wie die Freiwillige Feuerwehr Paudorf den Abrollbehälter bei Waldbrandlagen einsetzt

(Foto: Christian Loibenböck / Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde Paudorf)
Noch im Juni 2026 berichteten wir über unsere Social Media Kanäle von der Premiere eines AB-Tank mit integriertem Husky-Faltbehälter, den wir für die Freiwillige Feuerwehr (FFW) Paudorf aus Österreich gefertigt haben. Auch die FFW Paudorf gab die Indienststellung des WLA TANK 11500 offiziell bekannt.
Bereits wenige Wochen später war der AB-Tank bei zwei aufeinanderfolgenden Waldbränden gefragt. Eingesetzt als Wasserreserve, ergänzte der Abrollbehälter ideal die Bekämpfung eines Großbrandes in St. Egyden am Steinfeld, bei dem hunderte Einsatzkräfte aus ganz Niederösterreich ausrückten.
Kurz darauf folgte ein Waldbrand im Österreichischen Altenhof, bei dem der AB-Tank die Löschwasserversorgung schnell sicherstellen konnte. Dabei stellt die FFW Paudorf den erstmaligen Einsatz der gefertigten Sonderlösung für den Husky-Faltbehälter vor, welche erfolgreich zur Brandlöschung beigetragen hat.
Die Einsätze des AB-Tank mit integriertem Husky-Faltbehälter zeigen, wie wichtig ein ausgefeiltes Löschwasserkonzept entlang des Anforderungsprofils der jeweiligen Feuerwehr ist. Aufgrund der Kombination aus dem 11.500 Liter schweren Tank und der Integration eines Fachs für den Faltbehälter im Tank selbst, können für die Waldbrandbekämpfung hohe Wassermengen und parallel die nötige Infrastruktur für die Wasserübergabe schnell sichergestellt werden.




(Foto: Christian Loibenböck / Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde Paudorf)
AB-Wasser der Feuerwehr Neuwied bei Waldbrand und Flächenbrand im Einsatz
Exemplarisch für die hohe Waldbrandgefahr in Deutschland stehen auch zwei kürzliche Einsätze der Feuerwehr Neuwied. Aufgrund der herrschenden Dürre breitete sich ein mittelgroßer Flächenbrand schnell zu einem großen Wald- und Vegetationsbrand aus.
Kombiniert mit wasserführenden Fahrzeugen aus dem Landkreis Neuwied, wurde ein AB-Wasser zur Unterstützung in der Löschwasserversorgung eingesetzt. Wie der Löschzug der Stadt Neuwied selbst berichtet, konnte „durch den umfangreichen Einsatz eine weitere Ausbreitung des Feuers verhindert und der Brand unter Kontrolle gebracht werden.“
Wenige Stunden später war der AB-Wasser erneut bei einem sich ausbreitenden Flächenbrand gefragt, um die Löschwasserversorgung vor Ort sicherzustellen. Die Feuerwehr Neuwied war so in Zusammenarbeit mit drei weiteren Löschzügen und weiteren Komponenten in der Lage, den Brandschutz schnell zu gewährleisten und das Feuer zu bekämpfen.
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Weitere InformationenAB-Wasser und AB-Tank: Waldbrandprävention beginnt vor dem Einsatz
Die Praxisbeispiele zeigen, dass Abrollbehälter ein gutes Mittel in der Waldbrandbekämpfung sind, wenn viel Löschwasser schnell und zuverlässig an unzugänglichen Orten gebraucht wird. Wichtig ist allerdings auch, dass das Löschwasserkonzept zur Prävention vor der Waldbrandgefahr feststeht.
Denn Waldbrände lassen sich nicht vollständig verhindern. Was sich planen lässt, ist die eigene Einsatzfähigkeit. Wie das UBA in einem Monitoringbericht von 2023 zur Anpassungsstrategie bei Waldbrandgefährdung abschließend festhält, gewinnen Vorsorgemaßnahmen wie Früherkennung, Infrastruktur und Feuerlöschkapazitäten mehr an Bedeutung.
Darum schauen Feuerwehren mit einem übergeordneten Blick auf das Thema Waldbrandgefahr:
- Beobachtung der Gefahrenlage
DWD, WBI und regionale Warnungen verfolgen - Löschwasserresourcen kennen
Wo liegen Wasserentnahmestellen und welche Mengen stehen zur Verfügung? - Einsatzwege und Zugänglichkeit prüfen
Welche Waldwege sind befahrbar? - Wasserförderung planen
Pendelverkehr, lange Wegstrecken, Übergabestellen. - Technik regelmäßig erproben
Übungsszenarien unter realistischen Bedingungen. - Ausrüstung modular denken
Wassertransport, Faltbehälter, Pumpen, Schlauchmaterial und Logistik sinnvoll kombinieren
Mit individuell gefertigten AB-Wasser und AB-Tank unterstützt H&G Feuerwehren dabei, Löschwasser dort verfügbar zu machen, wo es im Einsatz benötigt wird – abgestimmt auf die jeweiligen Anforderungen des Löschwasserkonzepts.
